Regeln & Streitfälle

Teil von Missbrauch und Streitfälle

Ungewöhnliche Klick-Verkaufs-Muster prüfen

Auffällige Affiliate-Klicks und Verkäufe vergleichbar machen, Bestellungen prüfen und Warnsignale ohne vorschnelle Schuldzuweisung bewerten.

Prüfen Sie ein auffälliges Klick-Verkaufs-Muster für die betroffenen Publisher, Platzierungen und Bestellungen. Eine hohe Kaufquote oder ein sehr kurzer Abstand zwischen Klick und Kauf kann eine Untersuchung auslösen. Ob eine besondere Werbeform, ein Messproblem oder Manipulation dahintersteht, ergibt sich daraus nicht.

Vergleichbare Daten herstellen

Notieren Sie, wann die Auffälligkeit begann und welche Partner, Werbeflächen und Produkte betroffen sind. Vergleichen Sie Klicks und zugeordnete Verkäufe aus derselben Quelle, mit derselben Zeitzone und klar benanntem Datenstand.

Käufe können später als die zugehörigen Klicks stattfinden und erst danach freigegeben werden. Eine Division der Verkäufe einer Woche durch die Klicks derselben Woche ist deshalb nicht immer eine belastbare Quote.

Vergleichen Sie Veränderungen zunächst innerhalb desselben Partners und derselben Werbemethode. Eine kaufnahe Gutscheinplatzierung und ein ausführlicher Fachartikel können unterschiedliche Wege bis zur Bestellung haben. Sehen Sie bei kleinen Fallzahlen auf die einzelnen Vorgänge statt nur auf Prozentwerte.

Auffällige Bestellungen prüfen

Prüffeld / Frage

Klick und Platzierung
Wann erfolgte der Kontakt, und wo sollte das Angebot erscheinen?
Bestellung
Gibt es die Shopbestellung, und welchen endgültigen Status hat sie?
Zuordnung
Welche Kontakt- und Kanalregel wurde angewendet?
Provision
Ist sie offen, geändert, freigegeben oder abgelehnt?

Awin nennt sehr hohe Conversion-Raten und sehr kurze Klick-Kauf-Abstände als Warnsignale. Der Anbieter empfiehlt außerdem, die verweisenden URLs je Verkauf zu prüfen.

Der Awin-Classic-Export des Transaktionsberichts führt unter anderem Transaktions-ID, Publisher-ID, Verkaufsbetrag, Provision, Datum und Provisionsstatus auf. Prüfen Sie im eigenen Export, ob die für den Abgleich benötigten Angaben befüllt sind. Ein leeres Herkunftsfeld beweist keine verbotene Quelle.

Vergleichen Sie auffällige Transaktionen mit den Shopbestellungen. Ein später stornierter Kauf ist anders zu beurteilen als ein bestätigter. Wiederholte unerwartete Bestellwerte oder Referenzen können auch auf eine fehlerhafte Übergabe aus dem Shop hindeuten.

Warnsignale für auffällige Klick-Verkaufs-Muster

Klick-Kauf-Abstand
Extrem kurz (< 1 Minute)
Wiederholte unerwartete Bestellwerte
Häufige gleiche Beträge oder Referenzen
Leeres Herkunftsfeld im Export
Kein Hinweis auf verbotene Quelle

Schritte zur Prüfung auffälliger Bestellungen

  • Klick und Platzierung prüfenZeitpunkt und Werbefläche dokumentieren
  • Bestellung überprüfenStatus: bestätigt, storniert, in Bearbeitung
  • Zuordnung prüfenAngepasste Kanalregel prüfen
  • Provision überprüfenStatus: offen, freigegeben, abgelehnt
  • Verweisende URLs prüfenEinzelne Verkaufs-URLs analysieren

Erklärung und Ergebnis festhalten

Ist die Werbefläche unklar, bitten Sie den Publisher um die konkrete Platzierung und den Veröffentlichungszeitraum. Vergleichen Sie seine Angaben mit der damals geltenden Kanalregel. Dokumentieren Sie, welche Bestellungen geprüft wurden, welche Gegenbelege vorliegen und was ungeklärt bleibt.

Entscheiden Sie über Provisionen nach dem für den Einzelfall vorgesehenen Verfahren. Ein auffälliges Muster allein trägt keine pauschale Aussage über alle Käufe eines Publishers.

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