Affiliate-Tracking: Kontakt, Bestellung und Provision prüfen: Awin-Tracking-Suite braucht Advertiser MasterTag, Conversion Tag und Rückfall-Pixel.; § 25 TDDDG: Speichern oder Auslesen auf dem Endgerät braucht grundsätzlich Einwilligung.; Awin-Classic-Bericht: id, publisher_id, date, sale_amount, commission_status, commission.
Bild: Partnerwerbung

Tracking & Auswertung

Affiliate-Tracking

Wie Affiliate-Tracking Partnerkontakte, Bestellungen und Provisionen verbindet – mit Prüffragen zu Technik, Einwilligung, Attribution und Korrekturen.

Affiliate-Tracking verbindet Partnerkontakt, Bestellung und spätere Provisionsentscheidung. Nachvollziehbar sein müssen drei Punkte: Welcher Kontakt zählt nach den Programmregeln? Wurde die Bestellung mit dem richtigen provisionsfähigen Wert erfasst? Was geschah nach Rückgabe, Korrektur oder Freigabe? Ein Klickbericht allein beantwortet das nicht.

Den Kaufweg und die Daten festlegen

Beschreiben Sie den Weg vom Partnerlink über Zielseite und Warenkorb bis zur Bestellbestätigung. Berücksichtigen Sie auch Wechsel in eine App oder zu einem anderen Checkout. Legen Sie fest, welche Bestellungen provisionsfähig sind, welche Beträge ausgeschlossen werden und wie mehrere Partnerkontakte behandelt werden.

Schritt / Prüffrage

Partnerkontakt
Welcher Partner und welcher Zeitpunkt wurden erfasst?
Bestellung
Welche Bestellreferenz, welcher Zeitpunkt und welcher provisionsfähige Wert wurden übergeben?
Zuordnung
Welche Kontakt- und Kanalregel führte zur Gutschrift?
Prüfung
Ist die Provision offen, geändert, freigegeben oder abgelehnt?

Die Bestellreferenz verbindet den Vorgang mit dem Shop. Erfassen Sie dafür nur die benötigten Daten.

Schritte zur Festlegung des Kaufwegs und der Daten

  1. PartnerkontaktWelcher Partner und welcher Zeitpunkt wurden erfasst?
  2. BestellungWelche Bestellreferenz, welcher Zeitpunkt und welcher provisionsfähige Wert wurden übergeben?
  3. ZuordnungWelche Kontakt- und Kanalregel führte zur Gutschrift?
  4. PrüfungIst die Provision offen, geändert, freigegeben oder abgelehnt?

Datenfelder im Transaktionsbericht einordnen

Im Awin-Classic-Transaktionsbericht bezeichnet „id“ die eindeutige Kennung des Vorgangs oder Datensatzes, „publisher_id“ die Kennung des beteiligten Partners. „date“ steht für das Datum des Vorgangs, „sale_amount“ für den gesamten Bestellwert und „commission_status“ für den aktuellen Provisionsstatus.

Das Feld „commission“ weist die dem Partner zugeordneten Einnahmen beziehungsweise Gebühren aus. Gleichen Sie diese Berichtsfelder mit den entsprechenden Informationen aus dem Shopvorgang ab, statt aus einem einzelnen Feld auf den gesamten Ablauf zu schließen.

Technik und Einwilligung zusammen prüfen

Die Umsetzung hängt vom Anbieter und Kaufweg ab. Für seine Tracking-Suite nennt Awin drei verpflichtende Komponenten: den seitenweiten Advertiser MasterTag, den Conversion Tag auf der Bestellbestätigung und einen Rückfall-Pixel.

Der MasterTag unterstützt Datenerfassung und Zuordnung; für Drittanbieter-Plugins aus der Awin-Oberfläche ist er erforderlich. Der Conversion Tag erfasst Transaktionsdetails.

Awin beschreibt die Suite als client- und serverseitiges Tracking, das Transaktionen kanalübergreifend und auch bei unterschiedlichen Browsern, Werbeblockern oder Erweiterungen zuordnen soll. Ob eine konkrete Integration das leistet, ergibt sich daraus nicht.

Für Deutschland ist auch § 25 TDDDG relevant: Das Speichern oder Auslesen von Informationen auf einem Endgerät erfordert grundsätzlich eine Einwilligung; das Gesetz nennt Ausnahmen. Ob eine Ausnahme für den konkreten Ablauf greift und wie anschließend personenbezogene Daten verarbeitet werden dürfen, ist gesondert zu prüfen. Eine serverseitige Übertragung ersetzt diese Prüfung nicht.

Für das Awin-Einwilligungssignal gilt: Der MasterTag liest den Wert von „AdvertiserConsent“. Davon hängt ab, ob er auf der Zielseite ein Cookie setzt und ob er auf der Bestellbestätigungsseite Cookies ausliest.

Die Signalweitergabe sollte deshalb zum tatsächlichen Einwilligungsablauf passen; ein korrekt ausgelöstes Tag allein belegt das nicht. Prüfen Sie, ob die Nutzerentscheidung an alle eingesetzten Komponenten weitergegeben wird. Eine fehlende Zuordnung bei verweigerter Einwilligung ist deshalb nicht automatisch ein Integrationsfehler.

Awin weist darauf hin, dass das Unternehmen bei nicht verwendeten Einwilligungsparametern davon ausgeht, die Cookie-Einwilligung sei gemäß Advertiser Agreement eingeholt worden. Wird fehlende Einwilligung signalisiert, setzt Awin laut Dokumentation kein Cookie auf der Zielseite und liest beim Checkout keine First-Party-Cookies aus beziehungsweise verarbeitet dort keine Third-Party-Cookies. Für Websites mit Google Tag Manager nennt Awin ein Consent Tag als möglichen Umsetzungsweg.

Zuordnung und Freigabe auseinanderhalten

Ein Attributionsfenster bestimmt, wie lange ein Kontakt berücksichtigt werden kann. Zusätzlich entscheidet eine Regel, welcher von mehreren Kontakten zählt und ob ein anderer Werbekanal Vorrang erhält. Dokumentieren Sie diese Regeln mit ihrem Gültigkeitsbeginn. Ein längeres Fenster kann mehr Bestellungen zuordnen, belegt aber keinen zusätzlichen Umsatz.

Eine erfasste Provision ist zunächst nicht endgültig. Stornos und Teilretouren können ihren Wert ändern. Der Awin-Classic-Transaktionsbericht führt unter anderem Partnerkennung, Bestellwert, Provisionshöhe, Vorgangsdatum und Provisionsstatus.

Bei Awin kann eine noch offene Transaktion nach der für das Programm geltenden Frist automatisch freigegeben werden. Erfassungsdatum, Freigabedatum und Auszahlung sind daher getrennte Größen.

Erwartete Fälle prüfen

Bereiten Sie Fälle für einen gewöhnlichen Kauf, zwei aufeinanderfolgende Partnerklicks, einen Kauf außerhalb des vorgesehenen Fensters, einen gemischten Warenkorb und eine Teilretoure vor.

Halten Sie jeweils die erwartete Zuordnung, den Wert und den späteren Provisionsstatus fest. Vergleichen Sie diese Erwartungen mit dem Ergebnis in Ihrer tatsächlichen Einrichtung.

Awin Classic bietet dafür eine Tracking-Diagnose: Ein eindeutiger Test-Publisher-Link simuliert eine Partnerempfehlung, der Testkauf wird wie ein gewöhnlicher Kauf auf der eigenen Website abgeschlossen. Anschließend lässt sich die Transaktion über die Suche nach der Bestellreferenz im Werkzeug prüfen; für Commission Groups sollte das Testprodukt einer bestimmten Gruppe zugeordnet sein.

Gleichen Sie das Ergebnis auch mit der Shopbestellung ab. Ein erfolgreicher Test bestätigt nur den geprüften Weg; nach Änderungen an Checkout, Domain, Tag-Steuerung oder Einwilligungsablauf sind die betroffenen Wege erneut zu prüfen.

Ob ein Verkauf ohne den Partner ausgeblieben wäre, lässt sich daraus allein nicht ablesen.

Testfälle für Affiliate-Tracking

  • Gewöhnlicher Kauf
  • Zwei aufeinanderfolgende Partnerklicks
  • Kauf außerhalb des vorgesehenen Fensters
  • Gemischter Warenkorb
  • Teilretoure

Tracking-Diagnose bei Awin Classic

  1. Test-Publisher-Link verwendenSimuliert eine Partnerempfehlung
  2. Testkauf durchführenWird wie ein gewöhnlicher Kauf auf der eigenen Website abgeschlossen
  3. Transaktion suchenÜber die Bestellreferenz im Werkzeug prüfen

In diesem Leitfaden

  1. Attributionsfenster nachvollziehbar festlegenSo bestimmen und dokumentieren Sie ein Affiliate-Attributionsfenster: Dauer, Kontaktwahl, Kanalvorrang, technische Grenzen und Folgen für Provisionen.
  2. Trackingfehler von tatsächlichen Umsatzrückgängen unterscheidenEin Prüfschema für fallenden Affiliate-Umsatz: Shopbestellungen, Klicks, Transaktionen, Freigaben und den tatsächlichen Kaufweg abgleichen.

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