
Co-Marketing
Gemeinsame Inhalte und Veranstaltungen
Welches gemeinsame Format passt zur Frage des Publikums? So planen Partner Beiträge, Zuständigkeiten, Veröffentlichung und den Umgang mit Kontakten.
Wählen Sie das gemeinsame Format nach der Frage des Publikums: Anleitung zum Nachlesen, Webinar für eine Vorführung mit Rückfragen, Studie für eine mit nachvollziehbarer Methode untersuchbare Frage. Entscheidend ist der erkennbare Beitrag jedes Partners zum Ergebnis.
Das Format zur Aufgabe passend wählen
| Format | Passt besonders, wenn … | Vorab klären |
|---|---|---|
| Anleitung oder Fachbeitrag | Menschen Schritte später selbst nachvollziehen möchten | Wer prüft und aktualisiert die Angaben? |
| Webinar | Eine Vorführung und Fragen das Verständnis fördern | Welches Lernziel bestimmt den Ablauf? |
| Partnerstudie | Eine offene Frage mit Daten untersucht werden kann | Wer verantwortet Methode und Aussagegrenzen? |
| Termin vor Ort | Der Austausch in Anwesenheit einen eigenen Nutzen hat | Wer organisiert Ort, Zugang und Programm? |
Die Auswahl sagt nichts darüber aus, welches Format allgemein erfolgreicher ist. Würden beide Partner dieselbe Erklärung liefern, schärfen Sie zuerst die Aufgabe, bevor Sie gemeinsam produzieren.
Einen Arbeitsstand für das gewählte Format schaffen
Halten Sie Zielgruppe, Leitfrage, versprochenen Nutzen und die Beiträge beider Seiten in einem kurzen Briefing fest. Benennen Sie, wer Material liefert, die Fassung erstellt, eigene Fachangaben prüft und veröffentlicht. Eine Freigabe sollte sich auf eine bestimmte Fassung beziehen. Bei einem Webinar gehören außerdem Moderation und Umgang mit Fragen in den Ablauf; bei einer Studie die Verantwortung für Erhebung, Auswertung und Methodentext.
Planen Sie Änderungen ein: Wer entscheidet, wenn eine Aussage unbelegt bleibt oder ein Sprecher ausfällt? Wer prüft die geänderte Fassung? Regeln Sie zugleich die Nutzung von Texten, Grafiken, Namen und möglichen Aufzeichnungen sowie die spätere Pflege.
Legen Sie bei einem digitalen Termin vorab fest, ob eine Anmeldung nötig ist und ob Bild oder Ton aufgezeichnet werden sollen. Fotos, Videos und Audioaufnahmen, die Bilder oder Stimmen von Personen enthalten, zählen laut EDPB zu personenbezogenen Daten. Stimmen Sie daher ab, ob überhaupt aufgezeichnet wird und wie die Aufzeichnung zum angekündigten Zweck passt.
Diese Entscheidungen wirken sich darauf aus, welche Angaben Teilnehmende übermitteln und welche Inhalte im Anschluss weiterverwendet werden können. Bei besonderen Kategorien, etwa Gesundheitsdaten oder politischen Meinungen, gilt grundsätzlich ein Verarbeitungsverbot mit besonderen Ausnahmen.
Für Anmeldungen können Name, E-Mail-Adresse oder Buchungsreferenz personenbezogene Daten sein. Nach den Grundlagen des Europäischen Datenschutzausschusses (EDPB) können auch Angaben personenbezogen sein, die eine Person nur mittelbar identifizierbar machen, etwa eine individuelle Kundennummer oder Buchungsreferenz.
Prüfen Sie jedes vorgesehene Feld am konkreten Zweck: Der EDPB empfiehlt, nur Daten zu erheben, die für den jeweils vorgesehenen Zweck notwendig sind. Informieren Sie die betroffenen Personen darüber, wie und zu welchen Zwecken ihre Daten verarbeitet werden, und prüfen Sie, ob eine passende Rechtsgrundlage besteht. Dokumentieren Sie die geprüften Felder und ihren jeweiligen Zweck im Anmeldeformular.
Relevante Datenschutzinformationen aus dem EDPB
- Personenbezogene Daten nach EDPB
- Einschließlich mittelbar identifizierbarer Angaben wie Kundennummer oder Buchungsreferenz
- Verarbeitungsverbot für besondere Kategorien
- Gesundheitsdaten, politische Meinungen – nur mit Ausnahmen zulässig
- Notwendigkeit von Daten
- Nur Daten erheben, die für den jeweiligen Zweck unbedingt erforderlich sind
- Rechtsgrundlage prüfen
- Für jede Datenerhebung muss eine passende Rechtsgrundlage existieren
Veröffentlichung und Kontakte vorab klären
Bestimmen Sie, wo die vollständige Fassung erscheint und welchen eigenen Nutzen ein Beitrag auf der zweiten Seite bietet. Nahezu gleiche Texte an mehreren Orten verlangen eine bewusste Veröffentlichungsentscheidung; eine Canonical-Angabe garantiert Google keine bestimmte Auswahl.
Vereinbaren Sie, wer bei jedem Partner Anfragen zum gemeinsamen Inhalt oder Termin beantwortet und wie Rückmeldungen an die jeweils zuständige Seite gelangen. Legen Sie außerdem fest, ob und durch wen Teilnehmende anschließend kontaktiert werden; nennen Sie dafür den Zweck und prüfen Sie, welche Angaben dafür notwendig sind und ob eine passende Rechtsgrundlage besteht.
Formate an konkreten Beispielen prüfen
Der Akademische Energieverein Leipzig e.V. veranstaltete 2017 die AEL Energy Days als zweitägige Energiekonferenz. Im Vorjahr organisierte der Verein eine fünftägige Sommerschule. Ein Programm lässt sich damit nicht nur nach dem Thema, sondern auch nach dem geplanten Umfang des Formats zuschneiden.
Die Konferenz behandelte Fragen zu künftigen Herausforderungen der Energieversorgung, möglichen technologischen Lösungen und Geschäftsmodellen. Auf dem Programm standen unter anderem Innovationsmanagement, IT-Sicherheit, Internet of Things, Blockchain und Big Data. Die Themenbreite zeigt vorab, ob ein gemeinsamer Termin mehrere Beiträge bündelt oder eine engere Leitfrage braucht.
Die Veranstaltungsreihe „Get started!“ von Kreativ Kultur Berlin und touring artists kombinierte Formate: Drei Online-Seminare vermittelten Einblicke in verschiedene Themen, ein zusätzliches Networking-Event sollte den Austausch zwischen Kunst- und Kreativschaffenden ermöglichen. Informationsvermittlung und Vernetzung hatten damit je ein eigenes Veranstaltungsformat.
Prüfen Sie die Auswahl an solchen Beispielen: Soll ein Termin vor allem Wissen vermitteln, ist ein Seminarformat belegt; soll er Kontakte ermöglichen, kann ein eigenes Vernetzungstreffen vorgesehen werden. Übertragen Sie fremde Programme nicht ungeprüft, sondern gleichen Sie Ziel und versprochenen Nutzen mit Ihrer eigenen Leitfrage ab.
Praxisbeispiele für gemeinsame Veranstaltungen in Deutschland
- Get started! – Kreativ Kultur Berlin & touring artistsDrei Online-Seminare + Networking-Event für Kreative
- Kulturverein gründen – Salzburger VolkskulturLeitfaden für Vereinsgründung mit praktischen Hinweisen
- Kulturprojekte BerlinFörderprogramme und Veranstaltungen für kulturelle Initiativen
- Berlin.de – Kultur und TicketsOffizielle Plattform für Veranstaltungskalender und Ticketing
Das Ergebnis am Versprechen messen
Die Erfolgsmessung nach der Veröffentlichung behandelt ein eigener Beitrag.
In diesem Leitfaden
- Ein gemeinsames Webinar mit klarem Lernziel planenLernziel, Sprecherrollen, Ablauf und Rückfragen: So planen zwei Partner ein Webinar, das bei einer konkreten Aufgabe hilft.
- Zuständigkeiten bei einer Partnerstudie konkret festlegenWer verantwortet Frage, Methode, Daten, Auswertung und Korrekturen? Ein Arbeitsrahmen für gemeinsam veröffentlichte Studien.
- Kontaktdaten nur mit passenden Berechtigungen weitergebenAnmeldung, Teilnehmerliste und Werbung sind verschiedene Datenwege. So prüfen Partner Zweck, Rollen, Berechtigung und Zugriff vor einer Weitergabe.
- Partnerinhalte nicht unverändert auf mehreren Seiten duplizierenWie vermeiden Partner nahezu gleiche Beiträge? Klären Sie den Nutzen jeder Seite sowie Canonical, Indexierung, Nutzungsrechte und Pflege.

