
Regeln & Streitfälle
Regeln für Affiliate-Programme
Welche Bedingungen braucht ein Affiliate-Programm? Werbemethoden, vergütete Aktionen, Gutscheine und Provisionskorrekturen klar regeln.
Programmregeln sollten Publishern vor dem Beitritt vier Entscheidungen ermöglichen: Welche Werbung ist erlaubt? Welche Aktion wird vergütet? Wann kann eine Provision korrigiert oder abgelehnt werden? Welche Fassung gilt für die Zusammenarbeit? Weichen Bedingungen und tatsächliche Programmeinstellung voneinander ab, klären Sie den Widerspruch vor einer Zusage.
Die vergütete Aktion festlegen
Legen Sie fest, ob ein bestätigter Kauf, ein qualifizierter Lead oder eine andere Aktion vergütet wird. Nennen Sie die Bemessungsgrundlage, ausgeschlossene Produkte sowie den Umgang mit Rabatten und Rückgaben. Gelten mehrere Sätze oder Sondervereinbarungen, legen Sie deren Vorrang fest.
Trennen Sie Erfassung, Freigabe und Auszahlung. Eine erfasste Bestellung ist zunächst ein zu prüfender Vorgang. Die Freigabe bestätigt die Provision nach den geltenden Regeln; die Auszahlung folgt dem vereinbarten Abrechnungsweg.
Werbemethoden und Sonderfälle regeln
Nennen Sie erlaubte Kanäle und die Grenzen der jeweiligen Methode. Bei bezahlter Suche gehören etwa Markenbegriffe, Anzeigentexte und Zielseiten in die Entscheidung. Für Newsletter, soziale Beiträge sowie Gutschein- und Cashback-Flächen können andere Bedingungen gelten. Klären Sie, ob zusätzliche Werbeflächen oder Unterpartner eine Freigabe brauchen.
Bei Gutscheinen sind drei Fragen getrennt zu beantworten: Wer darf den Code veröffentlichen? Wer darf ihn im Shop einlösen? Nach welcher Regel wird eine Bestellung vergütet? Eine exklusive Ausgabe an einen Publisher beschränkt die Einlösung im Shop nicht automatisch; legen Sie daher ausdrücklich fest, wer den Code einlösen darf.
Bei entsprechend eingerichteter Awin Voucher Attribution kann die Provision dem zugewiesenen Publisher zufallen, auch wenn ein anderer den Code verbreitet hat. Diese Zuordnung ersetzt keine Regel zur erlaubten Veröffentlichung.
Für Cashback beschreiben Sie die provisionsfähigen Käufe, die Behandlung von Rückgaben und den Weg für Rückfragen. Legen Sie in den Programmbedingungen fest, ob und unter welchen Bedingungen der Cashback-Partner eine Rückvergütung an Käufer anbietet.
Korrekturen und Ablehnungen erklären
Nennen Sie überprüfbare Gründe, etwa eine vollständige Rückgabe, ein nicht erfülltes Leadkriterium oder einen belegten Verstoß gegen eine benannte Werberegel. Bei einer Teilretoure kann eine Korrektur des Bestellwerts statt einer vollständigen Ablehnung passen. Legen Sie den maßgeblichen Datenstand und die Prüffrist fest.
Plattformgrenzen gehören in diese Entscheidung. Awin genehmigt ausstehende Transaktionen nach Ablauf der geltenden Auto-Validierungsfrist automatisch, wenn sie nicht vorher entschieden wurden. Die Frist bezeichnet den Zeitraum zwischen Erfassung und automatischer Genehmigung.
Bei 30 Tagen wird eine am 1. September erfasste Transaktion am 1. Oktober automatisch genehmigt, sofern sie nicht zuvor freigegeben oder abgelehnt wurde. Die mögliche Frist hängt vom Plan oder Vertrag ab. Der dokumentierte Änderungsweg in Awin Classic setzt einen ausstehenden Status voraus. Prüfen Sie die tatsächlich verfügbare Funktion, bevor Sie eine spätere Korrektur zusagen.
Für Awin Access beträgt das Maximum 67 Tage; bei Awin Accelerate und Advanced hängt die maximale Dauer von Branche und Vertrag ab. Solche Plattformgrenzen sollten mit den angekündigten Prüf- und Korrekturregeln übereinstimmen, damit Bedingungen keine längere manuelle Prüfung versprechen, als die Einstellung zulässt.
Plattformabhängige Prüffristen bei Awin
- Awin Classic
- Max. 67 Tage (abhängig vom Änderungsweg)
- Awin Accelerate & Advanced
- Abhängig von Branche und Vertrag
Programmbedingungen als Vereinbarung aufbauen
Programmbedingungen sind nicht nur eine Beschreibung des Angebots, sondern die Vereinbarung zwischen Advertiser und Partnern. Sie legen sowohl fest, wie das Programm geführt wird, als auch, auf welche Weise Partner die Marke bewerben dürfen.
Bei Awin werden die Bedingungen den Partnern vor dem Beitritt zur Prüfung vorgelegt. Für viele neue Advertiser sind Standardbedingungen vorausgewählt; sie sollten daher daraufhin geprüft werden, ob sie das konkrete Programm tatsächlich abbilden. Eine Voreinstellung ist keine Bestätigung, dass sie zu den eigenen Abläufen und Werbegrenzen passt.
Awin führt die Programmbedingungen in der neuen Plattform unter den Programmeinstellungen. Seit dem 15. Juli sind sie dort nicht mehr in Awin Classic verfügbar. Davon zu unterscheiden sind andere Funktionen, die laut Awin je nach Plattform nur in Awin oder Awin Classic bereitstehen können.
Kennzeichnung und geltende Fassung sichern
Regeln Sie in den Programmbedingungen, welche Hinweise Publisher bei werblichen Inhalten im Rahmen des Programms angeben sollen. Getrennt davon ist das Speichern oder Auslesen von Informationen auf Endgeräten zu prüfen: § 25 TDDDG verlangt dafür grundsätzlich eine Einwilligung und nennt Ausnahmen.
Geben Sie den Regeln ein Datum und benennen Sie ihren Geltungsbereich. Vergleichen Sie Einladung, Programmprofil, Sondervereinbarung und technische Einstellung. Für Änderungen nach Programmstart ist der vereinbarte Änderungsweg maßgeblich. Ein normaler Kauf, eine Teilretoure und ein Gutscheincode sind geeignete Fälle, um unklare Formulierungen vor dem Start zu erkennen.
Bei § 25 TDDDG sind neben der Einwilligung zwei eng gefasste Ausnahmen genannt: Sie ist nicht erforderlich, wenn die Speicherung oder der Zugriff allein der Übertragung einer Nachricht über ein öffentliches Telekommunikationsnetz dient. Gleiches gilt, wenn beides unbedingt erforderlich ist, um einen vom Nutzer ausdrücklich gewünschten digitalen Dienst bereitzustellen.
Die Prüfung betrifft das Speichern oder Auslesen auf dem Endgerät und ist getrennt von der Kennzeichnung eines Werbeinhalts zu behandeln.
Wichtige Fakten zu § 25 TDDDG im Affiliate-Marketing
- Einwilligungspflicht
- Grundsätzlich erforderlich für Speicherung oder Auslesen auf Endgeräten
- Ausnahme 1
- Nur zur Übertragung einer Nachricht über ein öffentliches Telekommunikationsnetz
- Ausnahme 2
- Unbedingt notwendig für einen vom Nutzer gewünschten digitalen Dienst
In diesem Leitfaden
- Zulässige Werbekanäle klar beschreibenSo formulieren Sie klare Regeln für Websites, soziale Beiträge, Suchanzeigen und Newsletter im Affiliate-Programm.
- Gutschein- und Cashback-Regeln verständlich festlegenCodeveröffentlichung, Shop-Einlösung und Provision getrennt regeln und Cashback-Bedingungen für Publisher verständlich machen.
- Anforderungen an Werbekennzeichnung prüfenPrüfen Sie den kommerziellen Bezug und die sichtbare Kennzeichnung von Affiliate-Links, Rabattcodes und werblichen Beiträgen.
- Provisionsstornos vor Programmbeitritt erklärenErklären Sie Publishern vor dem Beitritt, wann Provisionen ausstehen, korrigiert oder abgelehnt werden und wie Rückfragen möglich sind.



